Der Krimi „Mordsbuch – Tod einer Autorin“ die Geschichte eines Krimi-Workshops im historischen Schloss von Hohenlimburg, bei dem fünf Teilnehmer unter der Leitung der bekannten Autorin Evelyn Schreiber das Konzept zu einem Krimi erarbeiten.

Drei Jahre später ist ein Krimi, der aufgrund dieses Konzeptes geschrieben wurde, ein Bestseller und wird vom deutschen Buchhandel prämiert. Nach einer feierlichen Preisverleihung auf dem Schloss in Hohenlimburg ist die bisher unbekannte Autorin tot, brutal ermordet. Wie kam es zu diesem grausamen Mord? Erst die Aussage einer Zeugin bringt Licht ins Dunkel. Auf Oberkommissar Andreas Sternberg und sein Team wartet eine schwierige Ermittlungsarbeit.

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Auszug

„Ich denke, wir sollten mit einer Vorstellungsrunde beginnen. Wie schon gesagt, ist mein Name Evelyn Schreiber, vierundfünfzig Jahre alt, aus Dortmund. Seit einigen Jahren schreibe ich hauptberuflich historische Romane. Diese Schreib-Workshops sind sozusagen mein Hobby. Wenn alle damit einverstanden sind, würde ich vorschlagen, dass wir uns duzen.“

Fragend blickt Evelyn in die Runde. Die Kursteilnehmer schauen sich fragend an und antworten dann alle mit einem zustimmenden Nicken.

„Dann bin ich wohl die Nächste. Mein Name ist Sandra Winter. Mein Mann, Dr. Klaus Winter, betreibt die bekannte Winter-Augenklinik im Sauerland. Ich habe drei wunderbare Kinder und lebe ebenfalls in Dortmund, in einer Villa am Phönix-See.“

Sandra verschweigt, dass sie eigentlich einen exklusiveren Kurs in einem wesentlich imposanteren Fürstenhaus erwartet hat.

„Hallo allerseits, ich bin Berthold Köhler aus Köln“, stellt sich der sportliche Mann vor.

„Du bist sicher nicht heute Morgen mit dem Fahrrad aus Köln gekommen“, wirft Rüdiger Nolte mit spöttisch hochgezogenen Augenbrauen ein.

„Nein, ich bin mit dem Zug gekommen. Erst hier am Bahnhof bin ich aufs Rad gestiegen, aber wenn es nicht zu spät wird, werde ich heute Abend damit zurück nach Hause fahren.“ Man merkt Berthold seine Verärgerung deutlich an.

„Kann es sein, dass ich dich schon einmal bei einem Workshop gesehen habe?“, geht Evelyn dazwischen, die den lockeren Spruch von Rüdiger Nolte ebenfalls unangemessen findet. Sie ist sich aber sicher, bereits einmal mit Berthold Köhler gearbeitet zu haben.

„Ja, vor vier Wochen in Essen war ich auch dabei. Ich nehme regelmäßig an Schreib-Kursen teil, um Erfahrungen zu sammeln. Eines Tages werde ich ein Überlebens-Handbuch für Radfahrer im Stadtverkehr schreiben. Viele trauen sich heute nicht mehr, in der Stadt aufs Rad zu steigen. Das will ich mit meinem Ratgeber ändern.“ Selbstbewusst blickt Berthold in die Runde.

„Darüber sollten wir uns später noch einmal unterhalten, Berti“, kommt daraufhin von Rüdiger Nolte.

„Bitte nennt mich nicht Berti, mein Name ist Berthold!“, stellt der Radler verstimmt fest.

„Ist ja schon gut, ich werde es mir merken“, antwortet Rüdiger Nolte jetzt ebenfalls beleidigt, dann schaut er in die Runde und als er sicher ist, die volle Aufmerksamkeit der anderen Teilnehmer zu haben, stellt er sich ebenfalls vor: „Mein Name ist Rüdiger Nolte, vom Nolte-Verlag in Düsseldorf. Ich bin ständig auf der Suche nach unbekannten Autoren. Mit der Unterstützung meines Verlages kann jedes Buch ein Bestseller werden.“

Evelyn beobachtet ihre Kursteilnehmer, die plötzlich fasziniert an Rüdigers Lippen hängen.

„Wir bieten unseren Autoren volle Unterstützung beim Lektorat, dem Layout und dem Vertrieb ihres Buches. Auch um individuelle Werbeaktionen kümmern wir uns. Bei uns ist >Ihr Buch< in besten Händen!“, wirbt der Verleger ungeniert weiter.

„Das hört sich total cool an. Mein Name ist Gesine Arnold und ich arbeite als Model für angesagte, exklusive Labels. Ich plane gerade, ein Buch über das Leben eines Models zu schreiben. Dann könntest du doch mein Buch verlegen“, strahlt die Blondine Rüdiger Nolte an.

„Wie wäre es, wenn wir beide uns heute Abend bei einem Abendessen darüber unterhalten würden? Da gibt es natürlich noch eine Menge zu besprechen, doch ich bin auf jeden Fall sehr an deinem Buch interessiert“, antwortet Rüdiger und zwinkert der Blondine vertraulich zu.

„Zuerst sollten wir uns mit dem heutigen Workshop beschäftigen“, mischt sich Evelyn ein, um wieder zum Thema des heutigen Tages zu kommen. Jetzt sieht sie die letzte Teilnehmerin an und fordert diese ebenfalls zur Vorstellung auf.

„Ich bin Heidrun Bauer, komme aus Hohenlimburg und möchte heute nur zuhören, um möglichst viel über das Bücherschreiben zu lernen. Wenn es den anderen Teilnehmern nichts ausmacht, würde ich mir gern einige Notizen machen“, stellt sich diese mit leiser Stimme vor, ohne weitere Informationen über sich preiszugeben.


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